1.3 Israel, das von Gott erwählte Volk

Jesus ist Jude, und niemand hätte je etwas fassen können von dem, was er tun und erleiden und zur Vollendung bringen will, wenn nicht Gott das Volk Israel erwählt und während Jahrhunderten zubereitet hätte, so dass Jesus in diesem seinem Volk den Wirkungsort und den Resonanzraum finden konnte, in dem sein Werk die gewünschten Wirkungen erzielen und dann auch das bruchstückhafte, richtige Verständnis finden konnte.

Die biblischen Schriften des Alten Testamentes sind zwar sehr reich an Inhalt und in der Sprache oft dicht und nicht ohne weiteres verständlich. Sie sind aber doch auch recht einfach zu überblicken. Sie berichten von dem eigenartigen Ineinander von persönlicher Berufung und persönlichem Glauben und von biologischer Bindung und Weitergabe der Berufung, das mit Abraham seinen Anfang nimmt. Dramatisch erzählt die Josefs-Geschichte, wie Gott das, was Menschen Böses tun, ins Gute wenden will. Drei Daten aus der Geschichte des Volkes Israel sollten alle kennen: Im Jahr 1000 vor Christus ist David unangefochtener König und errichtet für eine ganz kurze Zeit ein Grossreich. Vierhundertjahre später, 587 vor Christus, ist es damit definitiv vorbei. Der Tempel wird ein erstes Mal zerstört. Israel und Juda sind nur noch kleine Völker, abhängig und unterdrückt von mächtigen Königreichen. Unter der Herrschaft des römischen Weltreichs versuchen die Juden noch einmal, sich von den fremden Herren zu befreien. Es endet mit einer Katastrophe. Im Jahr 70 nach Christus wird der Tempel ein zweites Mal zerstört und nie wieder aufgebaut. Seither können die Juden nicht mehr so Gottesdienst feiern, wie es in den Mosebüchern gefordert ist. Offenbar hatte Gott andere Absichten, als seinem erwählten Volk eine eigene, behütete Existenz in Raum und Zeit zu sichern.

Bis heute hat das Volk der Juden überlebt, die längste Zeit ohne ein eigenes Land, aber dank  einer zweifachen Bindung: Zum einen die gemeinsame biologische Herkunft, zum andern die gemeinsamen Sitten und Gebräuche, die zu einem guten Teil in der Bibel beschrieben werden und die in das Leben eine stille, mächtige, tragwende und wohltuende Ordnung zeichnen.

Davon lassen sich viele Filmsequenzen finden, die einen einfachen, sympathischen in das jüdische gottesdienstliche Leben geben, zum Beispiel unter
https://www.planet-schule.de/sf/filme-online.php?film=7399.

Anders als das bei irgendeinem anderen Volk der Fall ist, fasst das Alte Testament in klare Worte, warum Gott was gewirkt und geschehen lassen hat. So können und sollen alle Völker lernen, das eigene Verhalten und die Folgen zu beurteilen an Hand von dem, was Israel gesagt worden ist und was es erlebt und  erfahren hat.